Agile Arbeitsmethoden haben sich in den letzten Jahren stark verbreitet und sind besonders in der Softwareentwicklung, im Projektmanagement und in dynamischen Geschäftsumfeldern beliebt.
Doch wie passt Zeiterfassung in ein Konzept, das sich durch Flexibilität, Selbstorganisation und iterative Prozesse auszeichnet?
In diesem Beitrag beleuchten wir die Verbindung zwischen agilen Arbeitsmethoden und Zeiterfassung, insbesondere in Scrum, Kanban und anderen agilen Frameworks. Zudem zeigen wir praxisnahe Wege auf, wie eine effektive Zeiterfassung in agilen Teams integriert werden kann.
Agile Methoden haben ihren Ursprung in der Softwareentwicklung. Sie stehen für iterative Prozesse, kontinuierliche Verbesserung und eine enge Zusammenarbeit im Team. Sie basieren auf dem Agilen Manifest, das Prinzipien wie Kundenzufriedenheit, Anpassungsfähigkeit und Selbstorganisation betont.
Im Jahr 2001 trafen sich 17 erfahrene Softwareentwickler, darunter Kent Beck, und formulierten das sogenannte Agile Manifest. Basierend auf ihren umfangreichen Erfahrungen in der Abwicklung von Softwareprojekten entwickelten sie eine Reihe von Ideen, Prinzipien und Werten, die zu einem besseren Vorgehen bei der Softwareentwicklung führen sollten.
Seit der Veröffentlichung des Agilen Manifests hat sich der Einsatz agiler Methoden stetig ausgeweitet.

In der Schweiz gelten strenge gesetzliche Vorschriften zur Arbeitszeiterfassung. Das Bundesgericht hat bereits 2019 entschieden, dass Unternehmen verpflichtet sind, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden lückenlos zu dokumentieren. Laut dem Arbeitsgesetz (ArG) müssen Arbeitsbeginn, -ende sowie Pausenzeiten systematisch erfasst werden.
Dies stellt insbesondere agile Unternehmen vor Herausforderungen, da agile Methoden auf Flexibilität, Eigenverantwortung und dynamische Prozesse setzen – im Gegensatz zur traditionellen, starren Arbeitszeiterfassung.
Agile Frameworks wie Scrum oder Kanban enthalten keine vordefinierten Regeln zur Erfassung von Arbeitszeiten. Während klassische Arbeitsstrukturen oft auf festgelegte Stundenmodelle setzen, sind agile Teams häufig durch variable Arbeitszeiten, Homeoffice-Regelungen und eigenverantwortliche Zeitplanung geprägt. Das kann dazu führen, dass gesetzliche Dokumentationspflichten nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Schweizer Unternehmen müssen daher eine digitale, automatisierte Zeiterfassung implementieren, die sich in agile Arbeitsabläufe einfügt, ohne die Eigenverantwortung der Teams einzuschränken.

Moderne Systeme wie proles bieten beispielsweise:
Mit der richtigen Strategie lässt sich Zeiterfassung in agile Strukturen nahtlos integrieren, sodass Unternehmen sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch der gewünschten Flexibilität gerecht werden.
Die klassische Zeiterfassung kann oft als Widerspruch zur Agilität empfunden werden, da sie als starr oder bürokratisch gilt. Und obwohl agile Methoden auf Flexibilität und Eigenverantwortung basieren, bedeutet das nicht, dass sie ohne Struktur funktionieren.
Eine intelligente Zeiterfassung unterstützt agile Teams in vier zentralen Bereichen:

Problem: In agilen Teams kann es passieren, dass einige Aufgaben unerwartet mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. Ohne klare Daten bleibt oft unklar, wo genau die Verzögerungen entstehen.
Lösung:
Beispiel: Ein Scrum-Team arbeitet an einem Sprint mit mehreren User Stories. Durch die Zeiterfassung stellt das Team fest, dass Testing-Prozesse durchschnittlich 40% der Sprint-Zeit beanspruchen – mehr als erwartet. Durch dieses Wissen kann das Team entscheiden, ob es zusätzliche Testautomatisierungen einführt oder den Ablauf optimiert.
Problem: Ohne eine fundierte Zeiterfassung setzen Teams oft zu ehrgeizige Sprint-Ziele. Wird zu viel Arbeit eingeplant, leidet die Qualität oder Teammitglieder geraten unter Druck.
Lösung:
Beispiel: Ein Kanban-Team plant Features für die nächste Iteration. Durch die Zeiterfassung erkennt das Team, dass Entwickler durchschnittlich 6 Stunden pro Tag mit produktiver Arbeit verbringen – die restliche Zeit geht für Meetings und Code-Reviews drauf. Anstatt unrealistische 40 Stunden pro Woche zu verplanen, berücksichtigt das Team nun realistisch verfügbare Arbeitszeit.
Problem: Viele Schweizer Unternehmen arbeiten mit projektbezogener Abrechnung. Ohne genaue Zeiterfassung fehlen Daten, um Kunden und Kundinnen eine transparente Abrechnung zu liefern.
Lösung:
Beispiel: Eine Zürcher Agentur entwickelt eine neue Webanwendung für eine:n Auftraggeber:in. Der Vertrag sieht eine Abrechnung nach Arbeitsstunden vor. Dank der Zeiterfassung kann das Team exakt nachweisen, wie viel Zeit für Entwicklung, Meetings und Bugfixes benötigt wurde. So ist eine transparente Rechnung mit detaillierter Aufschlüsselung möglich.
Problem: In der Schweiz besteht Zeiterfassungspflicht. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Arbeitszeiten korrekt dokumentiert werden – auch in agilen Teams.
Lösung:
Beispiel: Ein Start-up mit flexiblen Arbeitszeiten nutzt ein digitales Zeiterfassungssystem. Dadurch kann jeder Mitarbeitende von überall per App seine Arbeitszeit erfassen – egal ob aus dem Homeoffice oder Büro. Das System stellt automatisch sicher, dass gesetzliche Pausenregelungen eingehalten werden und alle Zeiten korrekt dokumentiert sind.
Agile Teams arbeiten flexibel und eigenverantwortlich – doch ohne eine smarte Zeiterfassung kann es zu Überlastung, ineffizienten Prozessen und ungenauen Abrechnungen kommen. Wichtig ist, dass die Zeiterfassung nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung verstanden wird. Hier sind fünf bewährte Methoden, mit denen agile Unternehmen eine effiziente, gesetzeskonforme und praxisnahe Zeiterfassung umsetzen können.

Viele Mitarbeitende verbinden Zeiterfassung mit Mikromanagement. Agile Teams hingegen setzen auf Eigenverantwortung. Wird Zeiterfassung als reines Kontrollinstrument genutzt, führt das zu Widerstand und Misstrauen. Der Schlüssel liegt darin, sie als Werkzeug für bessere Planbarkeit, Fairness und Work-Life-Balance einzusetzen.
Wie setzt man das um?
Manuelle Zeiterfassung ist fehleranfällig, kostet Zeit und fühlt sich für viele Teammitglieder nach unnötiger Bürokratie an. Moderne Tools wie proles erfassen Arbeitszeiten automatisch, ohne dass das Team aktiv daran denken muss.
Wie setzt man das um?
Agile Teams profitieren enorm von Timeboxing, weil es hilft, den Fokus zu behalten, Unterbrechungen zu reduzieren und produktiver zu arbeiten. Kombiniert mit einer smarten Zeiterfassung kann man so klare Zeitlimits für Tasks setzen und diese analysieren.
Wie setzt man das um?
Viele agile Teams arbeiten remote oder hybrid. Mitarbeitende wechseln zwischen Büro, Homeoffice und unterwegs – eine stationäre Zeiterfassung wäre daher unpraktisch. Mobile Apps machen die Erfassung flexibel und intuitiv.
Wie setzt man das um?
In der Schweiz gelten strenge Datenschutzgesetze (DSG, GDPR). Unternehmen müssen sicherstellen, dass Arbeitszeiten rechtskonform erfasst, gespeichert und verarbeitet werden.
Wie setzt man das um?
Zeiterfassung muss keine Belastung sein – sie kann agile Teams effektiver, transparenter und zufriedener machen. Entscheidend ist, dass sie nicht als Kontrollinstrument, sondern als Unterstützung für eine gesunde, produktive Arbeitsweise genutzt wird.
Durch den Einsatz moderner Tools wie proles können agile Teams in der Schweiz flexibel arbeiten, gesetzliche Anforderungen erfüllen und ihre Produktivität steigern.
Sind Sie bereit, Zeiterfassung in Ihre agilen Prozesse zu integrieren?
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in der Rubrik Praxistipps